Die aktuelle politische Lage

Zwanzig Jahre lang, seit Beginn der 1990er Jahre, galt die Republik Mali als ein Musterland für Demokratie und Stabilität innerhalb der westafrikanischen Krisen-region. Wahlen und Machtwechsel verliefen friedlich und verfassungskonform. Nach einem Militärputsch in 2012, nur einen Monat vor der nächsten Präsidentschaftswahl, stürzte Mali in eine schwere politische Krise. Tuareg-Rebellen eroberten im Verbund mit islamistischen Gruppen den Norden des Landes, den sie zehn Monate besetzt hielten. Im Rahmen einer militärischen Intervention Frankreichs und afrikanischer Truppen im Januar 2013 konnten diese vertrieben und die territoriale Einheit des Landes wieder hergestellt werden. 

(Quelle: LAG Mali e.V.)

 

Seit den Präsidentschaftswahlen im August 2013, bei denen Ibrahim Boubacar Keita zum neuen Staatsoberhaupt Malis gewählt wurde, ist die politische Lage im Land relativ stabil geblieben. Die Sicherheitslage in den nördlichen Regionen bleibt jedoch weiter angespannt. 

 

Zu der sogenannten "roadmap" für die Rückkehr zur verfassungsmässigen Ordnung nach dem Putsch im März 2012 gehören Verhandlungen mit den bewaffneten Gruppen im Norden Malis. Die Verhandlungen fanden zwischen Juli 2014 bis Mai 2015 in Algier statt. 

 

Am 15. Mai 2015 wurde in Bamako ein Friedensabkommen unterzeichnet zwischen der  Regierung und einem Teil der bewaffneten Gruppen. Weitere, nach Unabhängigkeit strebende Gruppen unterzeichneten das Abkommen im Juni. Ein neu geschaffenes Ministerium für Versöhnung und Entwicklung des Nordens bemüht sich um Versöhnung zwischen allen Bevölkerungsgruppen des Landes. 

(Quelle Deutsches Auswärtiges Amt).

 

 

Internationale Unterstützung erhält Mali durch eine multinationale Mission der Europäischen Union zur Ausbildung der malischen Streitkräfte und die Friedensmission der Vereinten Nationen MINUSMA. 

 

 

Vorausgegangen war der aktuellen Situation ein Putsch im März 2012, bei dem der damalige Präsident Amadou Toumani Touré von einer Gruppe junger Offiziere gestürzt wurde. Es herrschte Unzufriedenheit aufgrund der schlechten Ausstattung des malischen Militärs und dem unentschlossenen Umgang Tourés mit Rebellen und Schmugglerbanden im Norden Malis.

 

Separatistische Tuareg-Rebellen verbündeten sich mit islamistischen Gruppen und eroberten nur eine Woche nach de Putsch im Handstreich die Städte Gao, Timbuktu und Kidal im Norden Malis. Wenige Monate später kam es unter den Verbündeten zu bewaffneten Auseinandersetzungen bei denen die säkularen Tueareg-Rebellen der MNLA (Mouvement National de Liberation de l`Azawad) den Jihadisten unterlagen. Letztere gewannen die Oberhand und zwangen die Bevölkerung nach den Regeln der Scharia zu leben.

 

Zehn Monate lang bis zum militärischen Eingreifen einer internationalen Truppe unter der Führung Frankreichs, war Mali faktisch ein geteiltes Land. Nachdem die Jihadisten im Rahmen der Operation Serval vertrieben waren, organisierte die zwischenzeitlich eingesetzte Übergangsregierung noch im Juli 2013 demokratische Wahlen in ganz Mali. Im November folgten Neuwahlen des Parlaments. 

(Quelle: LAG Mali e.V.)